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Ortsfamilienbücher (OFB)

Ein Ortsfamilienbuch ist die Arbeit, die jemand anderes schon gemacht hat: alle Einträge eines Kirchspiels, zu Familien zusammengesetzt.

Beitrag

Ein Ortsfamilienbuch — oft abgekürzt OFB, auch Ortssippenbuch oder Familienbuch genannt — nimmt sämtliche Tauf-, Trau- und Sterbeeinträge eines Kirchspiels über einen langen Zeitraum und setzt sie zu Familien zusammen. Statt hunderter Einzeleinträge in chronologischer Reihenfolge steht dort: Familie Nummer 412, der Vater mit Lebensdaten, die Mutter mit Herkunft, alle Kinder mit Daten und ein Verweis auf die Familie, in die jedes Kind später einheiratete.

Wo ein OFB für Ihren Ort existiert, ersetzt es Wochen an Blätterarbeit. Es ist die erste Frage, die am Anfang jeder Recherche gestellt gehört.

Wo man sie findet

  • Online-OFB des Vereins für Computergenealogie — über 900 Ortsfamilienbücher, kostenfrei durchsuchbar. Der wichtigste Einstieg.
  • Gedruckte Ausgaben — viele OFB erschienen als Buch, oft in kleiner Auflage. Zu finden über Bibliothekskataloge und die genealogischen Fachbibliotheken.
  • Regionale Vereine — Familienkundliche Vereinigungen und Heimatvereine haben oft unveröffentlichte Auswertungen im Bestand.

Die badischen und württembergischen Sonderfälle

In Südwestdeutschland gibt es eine besonders dichte Überlieferung. Die württembergischen Familienregister, seit dem 18. Jahrhundert von den Pfarrämtern geführt, sind bereits von Amts wegen nach Familien geordnet — ein OFB, das schon damals angelegt wurde. Wer dort forscht, hat es deutlich leichter als anderswo.

Ein Wort zur Vorsicht Ein OFB ist eine Bearbeitung, keine Quelle. Es enthält die Lesart und die Zuordnungsentscheidungen seines Verfassers — einschließlich der Fehler. Besonders bei Namensvettern sind Zuordnungen manchmal geraten. Für den eigenen Stammbaum sollte jede aus einem OFB übernommene Angabe am Originaleintrag geprüft werden. Gute Ortsfamilienbücher machen das leicht, weil sie zu jeder Familie die Fundstelle im Kirchenbuch nennen.

Was ein OFB zusätzlich liefert

Über die reinen Daten hinaus erschließt ein gutes Ortsfamilienbuch Dinge, die man aus Einzeleinträgen nie herauslesen würde: Wie viele Familien es im Ort gab, welche Namen alteingesessen und welche zugezogen waren, wann eine Epidemie durchzog, wie hoch die Kindersterblichkeit war, in welche Nachbarorte hinein geheiratet wurde.

Für die Forschung ist letzteres besonders nützlich: Heiratskreise zeigen, wo man weitersuchen muss, wenn eine Braut nicht aus dem Ort stammte.

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